18.02.2012 Finissage bei Zigarren Herzog am Hafen weiter lesen

Von der kulturbildenden Kraft der Zigarre Ausnahmsweise greife ich selbst zur Feder, um von zwei Veranstaltungen in meinem Haus zu berichten. Ich erlaube mir das deswegen, weil ich die kulturbildende Kraft der Zigarre im Rahmen der Berichterstattung über Zigarren etwas unterrepräsentiert finde.

 

Einen Beleg für die Sonderrolle der Zigarre unter den kulturell interessanten Objekten finde ich in der bildenden Kunst. Wo immer sie auftaucht, ist der mit ihr dargestellte Raucher oder die Raucherin ohne die Zigarre nicht denkbar, ist sie doch ein Teil des Charakters zigarrerauchender Menschen. Dagegen wirkt die Zigarette meist nur wie ein begleitendes Accessoire, das auch weggelassen werden kann.

 

Diesen zentralen Aspekt der Zigarre vermitteln die Bilder des in der Schweiz lebenden Malers Max Hari (61). Seine Ausstellung bei Zigarren Herzog am Hafen in Berlin ging am 18. Februar mit einer Finissage zu Ende. Verschiedene Techniken wie colorierte Skizzen, Aquarelle oder Federzeichnungen zeigen die Zigarre in den verschiedensten Charakterprägungen. Gegen vierzig zigarrenrauchende Gäste interessierten sich für die Zigarrenbilder und lauschten den Ausführungen des Künstlers bei einer Punch Churchill von 2007 und kubanischem Rum.

 

In einem ganz andern Zusammenhang zeigt sich die Zigarre als, wie ich sagen möchte: „Kommunikationskatalysator": Sie bringt die unterschiedlichsten Menschen zusammen und öffnet ihre Herzen. Zu einer solchen Zusammenkunft unterschiedlicher zigarrenrauchender Menschen kam es am 16.Februar in unserem „Hafen".

 

Es war eine veritable Weltpremière. Die beiden Weltklasse-Tubisten Thomas Keller (36, Staatskapelle Berlin/Deutsche Staatsoper) und Sebastian Wagemann (31, Komische Oper) und Julien Salemkour (Assisten von Daniel Barenboim) am Klavier gewannen Kompositionen von Wagner („Walküre", „Meistersinger") genauso nie gehörte Seiten ab, wie etwa Bachs Duett für zwei Tuben oder den fetzigen lateinamerikanischen Rhythmen des „Choro" aus Escenas Latinas von E. Crespo. Ein besonderes Schmankerl war die Zugabe, die gleich zweimal gegeben werden musste:

Das Duett Leporello und Don Giovanni aus Mozarts „Don Giovanni", interpretiert von zwei Tuben. Die Protagonisten dieser restlos ausgebuchten Abendveranstaltung brachte die Zigarre zusammen, hier im Besonderen eine Upmann Magnum 50 aus dem Fünfzigerkabinett von 2009. Alle drei Musiker lieben die Zigarre. Während Thomas Keller unter einem Zigarrenfreund als Chefdirigenten spielt (Daniel Barenboim ist selbst leidenschaftlicher Zigarrenraucher), so kamen Sebastian Wagemann und Julien Salemkour über ihre ersten Musiklehrer zur Zigarre. Es war ein Lob auf die Tuba und ein Lob auf die Zigarre.

 

Maximilian Herzog  

 

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