REISEN // Zigarrenkultur in Südfrankreich - Folge 2: Zigarrenlounges an der Côte d’Azur

Zigarrenkultur wird auch immer vom Umfeld - also mit wem und wo die Zigarre genossen wird.  Auf dieser Reise standen zwei Adressen im Fokus, die unterschiedlicher kaum sein könnten und dennoch einen ähnlichen Anspruch teilen: das Carlton Cannes mit seiner Lounge „Viñales“ und der Cigar Club Monte-Carlo in Monaco.

 

Carlton Cannes – Lounge „Viñales“

Jan Hundsdorfer nächtigte im Carlton Cannes und nutzte dort die hauseigene Zigarrenlounge „Viñales“. Sie ist bewusst zurückhaltend konzipiert, bietet sieben bis acht Sitzplätze und ist täglich von 17 bis 24 Uhr geöffnet. Drinks werden direkt am Platz serviert, ruhig und aufmerksam. Die Auswahl lässt an vergangene Zeiten unserer eigenen Geschäfte erinnern, liegt aber ohne Preisbindung auf einem hohen Niveau. Der Humidor wird ergänzt durch private Fächer für Stammgäste, die regelmäßig im Haus verweilen. In den Sommermonaten erweitert sich die Lounge um eine Terrasse. Der Service ist überdurchschnittlich, die Zigarren und deren Pairing werden behandelt wie hierzulande der Sommelier den Wein.


Monte Carlo – Cigar Club Monte-Carlo

Der zweite Besuch führte nach Monte Carlo, in den Cigar Club Monte-Carlo. Dort traf Jan Hundsdorfer Frédéric Dechamps persönlich. Dechamps ist Betreiber des Clubs, CEO von Dominique London und in Deutschland als Inhaber der La Casa del Habano Nürnberg bekannt. Er führte Hundsdorfer durch den Club und zeigte dabei sehr konkret, was hier unter Standards verstanden wird: Abläufe, Lagerung, Service und Diskretion.

Schon der Eingangsbereich wirkt großzügig, fast monumental. Der Club verfügt über rund 20 Sitzplätze, private Schließfächer, eine große Bar und eine Terrasse mit Blick auf den Hafen. Die mehrjährige Bau- und Planungsphase spiegelt sich in der Qualität der Umsetzung wider, besonders bei der Abluft, die den Raum auch bei voller Belegung ruhig hält. 

Der Club steht unter der Schirmherrschaft des Fürsten von Monaco und ist entsprechend exklusiv angelegt. Die Mitgliedschaft ist beitragspflichtig und streng limitiert. Dafür öffnet sich ein Umfeld, das heute selten geworden ist: eine außergewöhnlich breite Auswahl kubanischer Zigarren, darunter Sonderhumidore aus dem Umfeld des Habanos Festivals, seltene Editionen und sogar vorrevolutionäre kubanische Davidoff-Zigarren. Beratung und Service bewegen sich auf internationalem Spitzenniveau.

Beide Orte zeigen, wie unterschiedlich Zigarrenkultur heute gelebt werden kann. Zurückhaltend im Hotel, kompromisslos im Club. Gemeinsam ist ihnen der Anspruch, Genuss nicht zu dulden, sondern bewusst zu fördern. Der Besuch an der Côte d’Azur wirkt dabei auch zurück nach Berlin. Unsere eigenen Lounges verstehen wir ebenfalls als Orte, an denen Rahmen, Ruhe und Atmosphäre eine zentrale Rolle spielen. Reisen wie diese sind Inspiration, dem Umfeld, in dem Zigarren bei uns genossen werden, verstärkt bewusst Bedeutung zu geben.

 

Fortsetzung folgt: Zigarrenkultur in Südfrankreich - Folge 3: Warum Marken wie Riva weiterhin auf Zigarren setzen.