REISEN // Zigarrenkultur in Südfrankreich - Folge 3: Warum Marken wie Riva weiter auf Zigarren setzen
Zigarren gehören seit jeher zur Welt des diskreten Luxus. Nicht als Accessoire, sondern als bewusstes Ritual. Gerade dort, wo Wert auf Materialien, Zeit und Handwerk gelegt wird, behalten sie ihren Platz. Ein aktuelles Beispiel dafür liefert die Yachtwelt.
Bei einem Spaziergang entlang des Hafens von Cannes wurde deutlich, wie selbstverständlich Zigarren im maritimen Luxussegment präsent sind. Besonders auffällig ist dabei Riva. Der traditionsreiche italienische Yachthersteller stattet ausgewählte Yachten mit integrierten Humidoren aus und setzt gezielt auf Zigarrenraucher. Die Humidore sind präzise in das Interieur eingebunden, oft aus denselben Hölzern gefertigt wie Wände, Möbel oder Verkleidungen. Alles wirkt aus einem Guss.
Diese Entscheidung ist bemerkenswert. Eine Zigarre an Bord ist kein spontaner Konsum. Sie verlangt Zeit, Aufmerksamkeit und einen passenden Moment. Genau das passt zur Logik einer Yacht, die nicht für Eile gebaut ist, sondern für Aufenthalte, Miteinander und das bewusste Verweilen. Der Humidor an Bord erfüllt dabei mehrere Funktionen. Er ist praktisches Werkzeug, ästhetisches Objekt und stilles Bekenntnis zu einer Genusskultur, die nicht laut auftreten muss. Wer ihn nutzt, tut das meist abends, vor Anker oder im Hafen. Der Blick aufs Wasser ersetzt den Fernseher, das Tempo ist vorgegeben.

Diese Beobachtung fügt sich nahtlos in die Eindrücke aus Hotels und Clubs ein. Zigarrenkultur verschwindet nicht, sie zieht sich an Orte zurück, an denen Rahmenbedingungen stimmen. Luxusmarken wie Riva reagieren darauf nicht mit Verzicht, sondern mit Präzision. Sie integrieren die Zigarre dort, wo sie Sinn ergibt.
Für Zigarren Herzog ist das eine klare Bestätigung. Genuss braucht Kontext. Ob in der Lounge, im Club oder auf See. Wer diesen Kontext ernst nimmt, schafft Räume, in denen Zigarren auch künftig ihren Platz behalten.
Damit schließt sich die Reise: Weiter geht es im Februar mit dem Besuch von Krzysztof Czarny auf dem 26. Festival del Habano auf Kuba