Dr. Herzogs Reiseberichte Mittelamerika Teil 2

Die Wahl für den Zigarrenaficionado in San José: Speakeasy oder Casa del Habano

Ausgerechnet das freieste Land Amerikas (gemäss Demokratieindex der Economist Intelligence Unit rangiert CR auf Platz 18 von 165 untersuchten Ländern, vor Spanien und Japan und nur 4 Ränge hinter Deutschland) hat ein furchtbar restriktives Antitabakgesetz.

Was also bleibt dem Zigarrenfreund, wenn er nicht hier wohnt und zuhause rauchen kann (im Hotel ist es nirgendwo möglich, auch in meinem Aparthotel nicht)?

Es bleiben drei Möglichkeiten:

1. Da öffentliche Plätze zur totalen Sperrzone zählen, gibt es nur die Gehwege. Diese von Zigarettenrauchen genutzte Möglichkeit fällt für uns ganz klar aus.

2. Speakeasy: Diese etwa auch als Flüster- oder Mondscheinkneipe bezeichnete Institution war bekanntlich eine Errungenschaft während der US-amerikanischen Alkohol-Prohibition in den Zwanzigerjahren. In San José gibt es sie für Raucher. In meiner Lieblingskneipe geschieht das
illegale Tun unter einem grossen Rauchverbotsschild, flankiert vom einem an einer Schnur befestigten, für den öffentlichen Gebrauch bestimmten Feuerzeug und einer Tür, die nach aussen fest verschlossen bleibt. Der Betreiber öffnet sie nur für bekannte Gesichter. Diese Speakeasies sind natürlich von Zigarrettenqualmern dominiert, aber immerhin ein Zufluchtsort für den Aficinonado.

3. Bleibt die Casa del Habano im Industrieviertel Pavas. Die ausserordentlich nette Dame vom Dienst mit Namen Beatriz Ramirez erklärt zu meiner Frage, warum hier geraucht werden darf, das Antirauchergesetz sei erst nach der Gründung der hiesigen Casa eingeführt worden. Ich äusserte dazu so meine Bedenken, denn es müsste dann doch auch in einigen weiteren Lokalen geraucht werden dürfen. Darauf ihre abschliessende Antwort, vielleicht sei es auch deswegen möglich, weil die Casa nicht kontrolliert werde. Na ja, vielleicht gibt ja auch hier Politiker, hier ganz gerne eine Zigarre geniessen.

Ich sitze in der Casa ganz angenehm. Der kleine Patio ist glücklicherweise genügend vom fast unerträglichen Strassenlärm dieses Industrieviertels abgeschirmt. Betrieben wird die Casa von Luis Garcia Cruz (während meines Besuchs in Spanien weilend). Er ist auch exklusiver Habanos-Importeur für Costa Rica und Nicaragua. Ware ist fast nur stückweise vorhanden und auch die Regionalzigarre für Costa Rica, eine Saint Luis Rey „Pura vida“ (übrigens der Wahlspruch der Ticos, der mittlerweilen auch als Grußformel benutzt wird), die mir Beatriz wie aus dem Bild ersichtlich stolz präsentiert, wird mir nur als einzelne Kiste angeboten. Ja, sagt Beatriz, vor allem Chinesen und Touristen würden hier kaufen. Klingt europäischen Ohren vertraut…Immerhin kann sich trotz der Rauchverbotssituation die Casa halten.

Hier einige photographische Impressionen.

Passende Artikel
Zigarren Herzog Reise Set
Zigarren Herzog Reise Set
Zigarren Herzog
Maximilien Herzog besuchte auf seiner Reise durch Mittelamerika verschiedene Tabakaleras. Hier können Sie seine Reiseberichte nachlesen. Welche Zigarren er dort geraucht hat, lässt sich mit diesem Sampler erfahrbar machen und holt...
€ 35,00

inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand

€ 35,00
X
Wünschen Sie eine persönliche Beratung?
Wir sind Mo.-Sa. 12:00-19:00 Uhr für Sie erreichbar.
030-290-470-15