Events

Unsere Filmabende, bei denen sowohl unsere Gäste als auch die Darsteller auf unserer Leinwand Zigarre rauchen, haben längst Tradition. Mehr als 45 Gäste verfolgten im Hafenlager unsere inzwischen zwölfte Vorführung.   Bereits zum vierten Mal war Walter Born aus Darmstadt zu uns eingeflogen, um die Regie unseres kineastischen Abends zu führen. Nach einem fulminanten Applaus unserer Gäste als Dank für seine Filmauswahl mit „Rufmord - Jenseits der Moral", fragten wir Walter Born bei einer Zigarrenlänge, wie er zu einem Experten für Zigarrenfilme wurde.   Herr Walter Born, wie entwickelt man ein Faible gleichsam für Zigarren und für Filme?   Ich rauche seit 42 Jahren, hauptsächlich Havannas. Meine Leidenschaft für Filme begann sogar schon vor mehr als 60 Jahren. Ich war fünf oder sechs, als mich ein Piratenfilm mit John Wayne im Kino zum ersten Mal beeindruckt hat. Seitdem sehe ich alles, ob Ärztefilm oder Western, Liebesdrama oder Science Fiction. Was ich für meine inzwischen umfangreiche DVD-Sammlung suche, ist gehobene Filmkultur.   Herr Born, was ist für Sie ein Zigarrenfilm?   Wenn in den entscheidenden Szenen die Zigarre eine Rolle spielt wie in unserem heutigen Film im Weißen Haus, das ja bekannt ist für Zigarrengenuss der unterschiedlichsten Art... Allerdings vermeide ich Filme zu zeigen, in denen der Bösewicht raucht, denn damit ist die Zigarre negativ besetzt wie zum Beispiel in „Rosen für den Staatsanwalt".   Herr Born, wann wurde aus der Filmleidenschaft mehr als ein Hobby?   Das war eher Zufall. Nachdem ich als Direktor einer Großbank in den Ruhestand gegangen bin, war ich regelmäßiger Kunde in einem kleinen Tabakladen. Eines Tages stand die Inhaberin ratlos in ihrem Geschäft. Sie hatte eine Rollerin und 40 Gäste zu einem Abend über Zigarren eingeladen, aber ihr Referent kam nicht. Da habe kurzerhand ich übernommen. Inzwischen gestalte ich Vorträge über das Zusammenspiel von Zigarren mit Whisky, mit Wein, mit Portwein oder sogar mit Rohmilchkäse. Und auch wenn ich schon zum vierten Mal einen Zigarrenfilm bei euch in Berlin zeige, bin ich noch immer beeindruckt, dass man in einer Filmstadt wie Berlin einen Mann wie mich aus der Provinz dafür holt.   Herr Born, beeindruckt waren Sie offenbar auch vom Pathos der typisch amerikanischen Abschluss-Szene unseres heutigen Films......   Ja, mir kamen die Tränen. Diesen Film habe ich bestimmt schon 15 Mal gesehen, aber wenn die Bösewichter entlarvt werden und das Gute siegt, bricht es jedes Mal bei mir durch, und ich schäme mich nicht dafür.   Herr Born, und jetzt nach dem Film sorgt eine Por Larrañaga bei Ihnen für Entspannung. Welche Zigarren mögen Sie am liebsten?   Meine erste Zigarre nach dem Frühstück ist etwas leichter, danach wird gesteigert. Ich bevorzuge große Formate wie Churchill und Doppelcorona. Aber ich greife auch gern zu Toros und Robustos mit großem Ringmaß, denn je mehr Rauchkanäle bei einer Zigarre vorhanden sind, desto besser können die Aromen transportiert werden.   Bevor Walter Born an diesem Abend als einer der Letzten den Heimweg antrat, verriet er uns noch, dass es bereits Pläne für einen nächsten Zigarrenfilm bei uns im Hafenlager gibt. Denmach können sich habanophile Kineasten auf einen weiteren Besuch von ihm im Frühjahr freuen.    
19. Dezember 2010, der vierte Adventssonntag ließ bei Zigarren Herzog am Hafen unsere Gäste bei einer Havana und Glühwein einen entspannten Sonntagnachmittag verbringen.  
Im Zeichen von Romeo y Julieta stand das Tasting im November 2010 bei Zigarren Herzog am Hafen.   Rund 24 Zigarrenliebhaber/innen versammelten sich am 4. November in Herzogs Zigarrenlager. Auf dem Programm stand diesmal eine besonders interessante Romeo y Julieta Exhibición No.4 Cabinet. Besonders interessant, weil es sich um eine Havana aus dem Jahr 1999 handelte, die in England vom englischen Havana-Importeur, der Firma Hunters & Frankau als ausgereifte Aged-Havana angeboten wurde.   Das helle colorado-claro bis colorado Deckblatt hatte seinen öligen Glanz im Laufe der Reifezeit fast vollständig verloren. Die Blattoberfläche machte einen feinen Eindruck ohne große Blattadern und Blattverletzungen. Der sehr dezente Duft nach Honig und Heu, den das Deckblatt verströmte, fiel besonders auf. Die sehr gute Rollung spiegelte sich im Rauchverlauf. Die Zigarren zogen sehr leicht, ohne deutlich merkbaren Zugwiderstand. Der Körper des Rauchs wurde als mittelmäßig eingestuft. Bei diesem Tasting verwendeten wir für die Bestimmung der Grundaromen und deren Komplexität den von uns zum Zwecke der unvoreingenommenen Bestimmung entwickelten Farbbalken.   Für die Grundaromen wurde einhellig der Bereich 7 bis 9 ermittelt. Die Komplexität lag bei 6 bis 10 [Balken 7-9/6-10]. Die knappe Ausdehnung der Komplexität der Grundaromen auf dem Farbbalken deutet somit auf die nicht besonders komplexen Aromen. Die leichte bis mittlere Rauchdynamik ergänzte sich gut mit der Leichtigkeit unserer Zigarren. Zwischen und höchstens „mittel" lagen die Meinungen bei der Stärkebestimmung. Die dunkelgraue, stark gemaserte Asche hielt gute 3 Zentimeter. Tabakölexplosionen wurden keine bemerkt. Der Abbrand war regelmäßig mit wenigen Ausnahmen im letzten Drittel. Auch bei der Bestimmung des zukünftigen Reifepotenzials waren eindeutige Stimmen zu hören: „Zigarre bereits ausgereift".   In der Gesamtbewertung erhielt die Zigarre „befriedigend" bis „gut" (2-3 Sterne).   Unsere Empfehlung: Die Romeo y Julieta Exhibición No.4 Cabinet by H&F 1999 ist auf Grund ihrer leichten, sehr dezenten Aromen nach Gräsern und leicht süßen Früchten auf keinen Fall als Anschluss-Zigarre, sondern nur als erste Zigarre am Tag zu rauchen. Der Zug an der Zigarre muss sehr langsam erfolgen (kühler Rauch), da die Zigarren meist einen sehr leichten Zug haben. Das wiederum erfordert mehr Konzentration bei dieser Havana.   Monatstasting November 2010   Zeitpunkt des Tastings: 4. November 2010 Marke: Romeo y Julieta Vitola de Salida: Exhibición No.4 Vitola de Galera: Hermosos No.4 Verpackungsart: SLB 50 (Cabinet 50) Boxing-Code: PVC / E000 (September 1999) Preis: € 8,60 Besonderheiten: Zigarrenring: Vintage 1999 H&F Bewertung: 2,5 Sterne auf der Skala 1 bis 5.     Die Zigarre des Monats können Sie jeweils einzeln versandkostenfrei zum Ferntasting bestellen.  
Insgesamt 17 Zigarrenliebhaberinnen und Zigarrenliebhaber trafen sich am 2. Dezember zum monatlichen Zigarrentasting bei Zigarren Herzog am Hafen.   Die Zigarre des Monats Dezember 2010 wurde die Serie P No.1 der Marke Partagas. Eine Havana, die nicht zum regulären Habanos-Portfolio gehört und einige Besonderheiten aufweist. Zum einen handelt es sich um eine vollkommen neue Zigarre in einem seltenen Format Petit Piramide, zum anderen sind die Zigarren in einem Behälter aus Keramik, einem sogenannten Jar, verpackt. Die Deckblätter der P1 hatten eine sehr feine Struktur und eine auffallend dünne Blattstärke, ähnlich wie bei den Connecticut-Deckblättern. Die Farbe war gleichmäßig hell im Bereich von Colorado-Claro. Die Deckbläter hatten keine Verfärbungen oder Flecken. Die Rollung war eindeutig fest, aber nicht unregelmäßig. Zwischen den Blättern gab es gut sichtbare Luftkanäle. Am Fuß der Zigarre haben wir keine Buchfehler festgestellt.   Die orthonasale Prüfung ergab angenehme , sehr flüchtige Duftnoten nach Vollmilchschokolade, Leder und Kuhstall. Ein sehr gutes Zugverhalten zeichnete unsere Zigarren aus. Der Zug hatte einen leichten, gut dosierten Widerstand. Der Körper des Rauchs lag etwas über mittelmäßig und reichte bis nicht ganz vollmundig. Für die Grundaromen ermittelten wir einen Bereich von 3.5 bis 6 und für die Komplexität der Aromen einen Bereich von ebenfalls 3 bis 6.5 [Balken 3.5-6/3-6.5] Die Stärke der Zigarre wurde auf der Skala von 1 bis 5 mit 3.5 bemessen. Die Rauchdynamik verlief im ersten und zweiten Drittel langsam von leicht bis mittel. Im letzten Drittel verlief sie schnell von mittel zu stark. Die Asche unserer Zigarren war hell mit leichter Maserung. Die Aschenbildung war gerade ohne Abknickung mit hohem Collazo-Effekt. Die knappe Ausdehnung bei der Komplexität unserer Tastingzigarren könnte auf das junge Alter der Zigarren deuten. Bei der Bestimmung des Reifepotenzials haben wir uns auf mindestens 3 Jahre Reifezeit geeinigt. Danach sollte ein neuer Versuch zu Bestimmung des Reifegrades unternommen werden.   In der Gesamtwertung erhielt die Partagas Serie P No.1 dreieinhalb (3 1/2) Sterne.   Marke: Partagas Vitola de Salida: Serie P No.1 Vitola de Galera: Petit Piramide (L 130 / R 50) Verpackung: Keramik - Jar gefüllt mit 25 Zigarren Preis pro Zigarre: EUR 15,30 Besonderheit: Limitierte Produktion Gesamtnote: 3 ½ (Skala 1 bis 5)   Datum des Tastings: 02. Dezember 2010   
X
Wünschen Sie eine persönliche Beratung?
Wir sind Mo.-Mi. 12:00-19:00 Uhr, Do. 12:00-22:00 Uhr, Fr.-Sa. 12:00-19:00 Uhr für Sie erreichbar.
030-290-470-15