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Zu den Zigarren aus Kuba, die ihren Geschmackszenit nicht erst nach wenigstens drei bis fünf Jahren entfalten, gehört auch die Partagas Lusitanias von Februar 2007.   Zehn Aficionados testeten die Doppelcorona aus dem 50er Cabinet bei unserem monatlichen Tasting am 13. November und hatten trotz des jungen Produktionsdatums anderthalb Stunden vollen Rauchgenuss. Schon das Äußere der 194 Millimeter langen Zigarre mit dem 49er Ringmaß machte Freude: Fein bis seidig glänzte das colorado-farbene Deckblatt. Vor dem Anzünden war eine feste bis weiche Rollung zu fühlen. Nur einer der Tester stellte einzelne Luftkanäle fest, aber alle bescheinigten ein perfektes Zugverhalten. Die Lusitanias verströmten einen starken, angenehmen und fast schon samtigen Geruch nach Holz, trockener Erde, Leder und vor allem Kuhstall.   Typisch kubanisch dominierte nach dem Anzünden der süße Geschmack. Untypisch war die Zigarre allerdings in ihrer, denn immerhin stammt die Lusitanias aus der auf starke Tabakmischungen spezialisierten Manufaktur Partagas. Vollmundig entwickelte sich anschließend der Körper des Rauchs. Besonders das gehaltvolle bis großzügige Volumen der Aromen von Caramel und Kakao, getrockneten Pflaumen und Walnüssen überzeugte die Tester. Mittel bis stark, aber vor allem gleichmäßig blieb die Rauchdynamik der Lusitanias. Ein wenig enttäuschend war lediglich, dass sich die Zigarre mit dem zweiten und letzten Drittel nicht noch weiter entwickelte und die weißgraue Asche nur wenig Haltbarkeit bewies (einfacher Collazo-Effekt). Einige der Tester mußten des öfteren Nachzünden.   Trotz dieser „leichten Abzüge" hielten alle Tester die Lusitanias für eine „höchst erfreuliche Zigarre" und gaben ihr auf unserer Bewertungsskala von -2 bis +2 die Beinahe-Höchstnote +1,5. „Ein Kistchen, das man sich gut in seinen Humidor stellen kann", war ein Kommentar, zumal mit dem weiteren Verkosten gar nicht groß gewartet werden muss.   Unser Fazit also: Die Lusitanias von Februar 2007 für 14 Euro ist eine Empfehlung wert.  
Am 24. November 2009 präsentierten wir vor ausgebuchter membersbar zwei Highlights:   die beiden Regionales für Deutschland. Das wie immer vorzügliche Dinner wurde nach kubanischer Sitte mit einigen Flaschen Caney bis gegen ein Uhr in bester Stimmung gekrönt.    
Virginia contra Cedros: Rollerin stiehlt Monats-Zigarre die Show   Unser November-Tasting stand ganz im Zeichen von Romeo y Julieta. Nicht nur, dass wir die Cedros de Luxe No. 1 zu unserer Zigarre des Monats gewählt hatten, auch der eigentliche Star unseres Abends kam direkt aus der Romeo-y-Julieta-Fabrik in Havanna. Virginia Viga Cansino leitet dort die Ausbildung aller 70 Nachwuchs-Rollerinnen. Es passte also gut, dass sie auf ihrer Deutschland-Tournee ausgerechnet zum Tasting auch bei uns Station machte.   Da unsere Zigarre des Monats im Oktober 2007 produziert wurde, konnten wir den direkten Vergleich zur frisch gerollten Puro erleben. Noch dazu hatte unsere Gast-Rollerin den Tabak aus der Romeo y Julieta-Produktion in ihrem Reisekoffer mitgebracht. Das ist längst nicht die Regel: Meistens erhalten die Rollerinnen aus Kuba ihr Material über den Importeur 5th Avenue Products. Doch Virginia Viga ist schließlich mit Lazaro, dem Direktor der Romeo-y-Julieta-Manufaktur verheiratet, und hat damit die besten Beziehungen. Bei unserem Abend stahl sie mit ihrer Rollerkunst, mit der Demonstration von Rollfehlern und mit Rollerkursen für die Gäste unserer eigentlichen Tasting-Zigarre ein wenig die Show. Unsere Cedros de Luxe No. 1 im Lonsdale-Format fristet eigentlich ein Mauerblümchen-Dasein. Sie gehört nicht zu den Bestsellern der bekannten Marke.   Von den drei einzigen in Zedernholz gewickelten Formaten von Romeo y Julieta ist es mit einer Länge von 165 Millimetern das größte. Der leichte angenehme Geruch vor dem Anzünden wird deshalb von Cedern-Noten dominiert. Die feinen Deckblätter werden unter Gazen gezogen. Sie wirken hauchdünn und sind dennoch reißfest. Beim durchweg guten Zug und dem anfangs angenehmen salzigen Geschmack waren sich alle unsere Tester einig. Später jedoch gingen die Meinungen etwas auseinander. Nur einige etwa waren vom Körper des Rauchs „nicht so überzeugt", und auch das Aromenvolumen hielt nur ein Teil für besser als mittelmäßig. Vor allem in Richtung Leder, Heu und Nuß tendierten dann die Aromen. Ihre Komplexität wirkte wenig interessant. So kam die Rauchdynamik im ersten Drittel eher leicht daher und zeigte nur wenig Entwicklung. An der dunkelgrauen, bis zu 5 Zentimeter haltbaren und festen Asche war eine mittlere Rollqualität erkennbar (Collazo-Effekt).   Am Ende tendierten unsere Tester dennoch zu einer „sehr guten" Bewertung von +1 auf unserer Skala zwischen -2 und +2. Wir sehen kein großes Reifepotenzial in unserer Cedros de Luxe No. 1 für je 9,80 Euro.   Dennoch könnte sich die Lagerung der Zigarre lohnen, denn zur Zeit erhalten Sie die 25er-Kiste mit gleichem Boxingdate wie unsere Monats-Zigarre bei uns noch zum „alten" Preis für nur 232,80 Euro.   Die Zigarre des Monats können Sie jeweils einzeln Versandkostenfrei zum Ferntasting bestellen.     
Freitag, 30. Oktober: Bundesminister a. D. Gerhart R. Baum, Gespräch bei einer Zigarre zum aktuellen Thema "60 Jahre Grundgesetz - die Grundrechte im Spannungs-verhältnis zwischen Sicherheit und Freiheit".   Freiheit im Abstellraum: Ex-Bundesinnenminister Baum über die Grundrechte und das Rauchen Zigarre hat mit Genießen zu tun, das der Staat allein mit Verboten kontrollieren kann. So soll sich das EU-weite Rauchverbot künftig sogar auf private Balkone erstrecken. Eine „Bevormundungstendenz" nennt das unser Stammkunde Gerhart Baum.   Der ehemalige Bundesinnenminister hat sich als Streiter für die Grundrechte des Menschen längst einen Namen gemacht. Auch in seinem neuen Buch fordert er: „Rettet die Grundrechte". Wie schwer das zu machen ist, erzählte uns der Minister a.D. am 30. Oktober bei einer Zigarre und Bordeaux im Hafenlager. „Beflügelt von Zigarren und Getränken" hat Gerhart Baum auch in der Vergangenheit schon viele Gespräche in unserem Raucherzimmer am Ludwigkirchplatz geführt. In unserem Hafenlager allerdings war er an diesem Abend zum ersten Mal und fand: „Noch nie im Leben habe ich in einer so angenehmen Atmosphäre und noch nie vor so vielen rauchenden Menschen gesprochen." Mehr als 40 Zuhörer lauschten dann seinen Erfahrungen und Thesen.   Zigarrerauchen ist für ihn ein Teil seiner Lebenshaltung, deren Reglementierung auch ihn einschränkt. Am Tag zuvor im Hilton Hotel, so erzählte der Ex-Minister, sei er deshalb mit seiner Zigarre in einer Art „Abstellraum" gelandet. „Da spürt man, wie die Gesellschaft mit harmlosen Minderheiten wie uns umgeht", sagte Gerhart Baum und erntete einmal mehr zustimmendes Nicken unter seinen rauchenden Zuhörern. Seine Grundthese: „Es kann kein übergeordnetes Interesse geben, wenn Menschen sich ins Private zurückziehen." Ob es nun ums Rauchen, ums Abhören oder um Online-Durchsuchungen geht. Die größten Verstöße dagegen hat Gerhart Baum gerade hautnah miterlebt: als Sonderermittler in den Bespitzelungsskandalen von Telekom und Bahn. Das Bedenklichste für ihn ist, dass die „Unverdächtigen" wie etwa wir Raucher von den „Verdächtigen" nicht mehr abgegrenzt werden. Nicht allein in Deutschland. So durchsuche das FBI auch die Dateien der Internetkontaktbörse „Facebook" und die englische Polizei ohne richterlichen Beschluss private Wohnungen allein auf den Verdacht hin, das die dort befindlichen Topfpflanzen von Schädlingen befallen sein könnten.   Wenigstens sei unter den Deutschen die Sensibilität der Öffentlichkeit auf solche Rechtsverletzungen gewachsen. Nicht umsonst habe Bahn-Chef Mehdorn seinen Hut nehmen müssen und habe jetzt die Piraten-Partei, die gegen Bespitzelungen auftritt, in Prenzlauer Berg im ersten Anlauf sechs Prozent der Stimmen geholt. So beruhigt Gerhart Baum auch sehr, dass die deutsche Koalition gerade beschlossen hat, das Datenschutzrecht neu zu ordnen und zu verbessern. Uns Rauchern wird das wohl leider gar nichts nützen. Deshalb haben wir schließlich unseren Club de Fumadores auf rechtliche Vereins-Füße gestellt. Denn, wie sagt unser Rechtsexperte immer wieder:   „Die Freiheit schenkt sich nicht."    
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