16.06.2011 Sauerkirsch an einer Zigarreœ weiter lesen

 

Blindverkostung: Liaison von sieben Sauerkirschbränden mit einer Punch Churchill

 

Es war wohl die ungewöhnlichste Liaison, die wir unseren Gästen je aufgetischt haben: Sieben verschiedene Sauerkirschbrände von Herstellern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz testeten wir in einer Blindverkostung auf ihre Kombinierbarkeit mit einer Havanna. Damit hatten wir dann überraschend schnell auch die Neugier von mehr Kunden geweckt, als wir Degustationsplätze zu vergeben hatten. Die Idee für unser besonderes Tasting wurde zu einer ebenso besonderen Stunde geboren:

Es muß bereits nach 2 Uhr morgens gewesen sein, als wir bei einem privaten Zigarrenabend mit Gerhard Heimsath nach Wein und Rum irgendwann auch bei einem Sauerkirschbrand ankamen. Der vielen als Initiator der Internetplattform „Art of Smoke" bekannte Hamburger, sorgte kurzum für eine Auswahl an Sauerkirschbränden und diente uns bei unserem Tasting gleich noch als Degustationsleiter.

 

Gleich zu Beginn stellte unser Zigarrenfreund dann auch drei Dinge klar: Er hat weder mit der Herstellung, noch mit dem Verkauf der Destillate zu tun, er trinkt sie nur gern. Im Hauptberuf verkauft er nach eigenen Angaben Software an all jene, „die sich nicht wehren können". Und Sauerkirschbrände hält er für die anspruchsvollsten Destillate überhaupt. Auf die prompte Publikumsfrage warum, hatte Gerhard Heimsath dann auch gleich jegliches Hintergrundwissen parat:

Eine Sauerkirsche habe weniger Fleisch und einen weniger intensiven Geschmack als andere, für Destillate verwendete Früchte wie etwa Birnen oder Pfirsiche. Einen entsprechenden Brand zu kreieren, sei also eine Herausforderung, aus für die etwa 40 Hersteller im deutschsprachigen Raum eine eigene Philosophie entwickelt haben. So werden einige Produkte aus purem Fruchtfleisch hergestellt, andere dagegen der Bittermandelnote wegen mit einem Anteil zermahlener Kirschsteine. Das Aroma unserer sieben Brände ließ uns unser Degustationsleiter dann zunächst nur mit der Nase und erst später mit dem Gaumen bewerten.

 

Um die Bedingungen dabei möglichst identisch zu halten, hatten wir für die Blindverkostung eine großformatige Zigarre gewählt, die uns den ganzen Abend über begleiten konnte: eine Punch Churchill von September 2005 aus dem 50er Cabinet. Während unser Zigarrenfreund Heimsath unseren Teilnehmern riet, durch einen Zug aus der Zigarre den Geschmack im Mund zwischen dem kosten der Brände zu neutralisieren, waren wir der Meinung, unsere Puro würde das Aroma der Destillate eher fördern. Ebenso unterschiedlicher Meinung waren wir bei der Bewertung des Inhalts unserer sieben Gläser, die zur Identifizierung lediglich durch eine Zahl gekennzeichnet waren. Die höchste Punktzahl hatte am Ende der Sauerkirschbrand von Vallendar (Deutschland, 40 %, um die 80 Euro und vielfach prämiert) erreicht, obwohl das Hafenteam ja ganz eindeutig für einen der zwei Letztplatzierten votiert hatte:

für den Brand von Rochelt (Österreich, 50%, Destillation von 2003, um die 180 Euro). Dass es allein vier Zweitplatzierte gab, zeigt, wie sehr die Geschmäcker auch bei den anderen Hochprozentigen auseinander gingen: Auf eine beinahe identische Punktzahl kamen die Brände von Armbruster (vom deutschen Bergbauernhof, 40%, um die 40 Euro), von Rieger und Hofmeister (deutscher Neueinsteiger, 40%, um die 36 Euro), von Jöbstle Aurum (Österreich, 40%, Destillation von 1998, Flaschen und Preise nur auf Anfrage) und von Etter (Schweiz, 42%, Destillation von 2005, um die 115 Euro). Abgeschlagen auf dem dritten hinteren Rang gleichauf mit „unserem" Rochelt lag der Brand von Gansloser (Deutschland, 40%, um die 80 Euro).

 

Ein Gutes hatte der so unterschiedlich ausgefallene Geschmack von unseren Teilnehmern und uns auf jeden Fall. Da nur wenige auf ein und denselben Favoriten unter den Kirschbränden standen, konnte jedem noch ein üppiger Nachschlag aus der Flasche der individuellen Siegermarke ausgeschenkt werden. Geraucht: Punch Churchill Cabinet (50er),

 

Box-Code: TGR - SEP 2005  

 

 

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