15.01.2009 Havana-Seminar (1. Abend - Teil 1) weiter lesen

 

Dieses Seminar bietet eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Königin der Zigarren und richtet sich nur an den lernbereiten Aficionado.

 

Das Seminar ist bestens geeignet als Vorbereitung auf einen cigarrophilen Kubabesuch 1. Abend: Geschichte und Anbaugebiete der Havana, Manufakturen in Kuba. Einfluss der kubanischen Zigarre auf die Kultur Europas. Accessoires und graphische Zigarren-Kunst in Kuba. Davon, wie schnell unser dreiteiliges Havana-Seminar ausgebucht war, waren wir selbst überrascht. Sowohl Anfänger als auch regelmäßige Zigarrenraucher werden nun die nächsten drei Wochen in die Welt der kubanischen Zigarren eintauchen, sind zu Hausaufgaben bereit und stellen sich am Ende unserer Prüfung für ein Zertifikat.

 

An unserem ersten Abend am 15. Januar ging es zunächst um die Frage, was eigentlich die Faszination der Zigarre ausmacht. Sie sei ein Luxusgut, nicht weil sie teuer ist, sondern weil sie Zeit erfordert, meinte ein Teilnehmer. Zigarren seien die Rückbesinnung auf die Qualität dessen, was man sich gönnt und ein Stück Kultur, sagte ein anderer. Damit begann an diesem Abend die 500jährige Zeitreise durch die Geschichte des Tabaks. Sie startete bei Columbus, der die Indianer mit glimmenden Stangen aus Kraut saht, das sie Cohiba nannten. Später wurde das Nikotin als Heilmittel am französischen Königshof eingesetzt und das Rauchen galt noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als.

 

In der Tat ist die Zigarre heute eines der letzten grünen Produkte: ohne den Zusatz von Aroma-Soßen, ohne Papier, ohne Filter. Eine Zigarre identifiziert den Genussmenschen, den Individualisten, der sich herausnimmt aus der Gleichmacherei. An diesem Punkt war es Zeit, für die erste Seminar-Zigarre: eine leichte Fonseca Cadetes, die einzeln in Seidenpapier verpackt ist. Mit dem Auswickeln starteten wir das Kapitel Technik des Rauchens. Welche Vorteile hat ein Cutter gegenüber einer Schere und einem Puncher? Warum ist die Zigarre nicht gleich von vornherein mit zwei Öffnungen versehen? Wie viel darf von der Zigarre angeschnitten werden? Und wie wird die Zigarre mit einem Jetflame angezündet, ohne dass der Tabak verkohlt? Nicht nur die Anfänger unter den Teilnehmern hatten viele Fragen. Beinahe so alt wie die Revolution in Kuba, um die es dann ging, war der Dia-Projektor für unsere nächsten historischen Bilder.

 

Gab es im Jahre 1940 vor der Revolution noch 838 Zigarrenmanufakturen, waren 60 Jahre später noch gerade mal 91 übrig. Dass es überhaupt noch so viele sind, verdanken wir Che. Er stritt so lange mit Castro, bis der seinen Plan aufgab, nur eine einzige Marke fürs Volk überleben zu lassen. Obwohl sich also bei den Produktionsbedingungen im Reich von Fidel so viel geändert hat, gelten die Zigarren immer noch als die besten der Welt. Ihr überragender Tabak wächst im Anbaugebiet von Pinar del Rio, das in Bodenbeschaffenheit, Luftfeuchtigkeit, Windeinfluss und Sonneneinstrahlung weltweit einzigartig ist. So wie der Bordeaux das Benchmarking für alle anderen Weine ist, so ist es die Havana für alle anderen Zigarren. Auch wenn ich selbst die freie Auswahl habe, greife ich zu Zigarren aus Kuba. Sie sind einzigartig in ihrer Stärke, in der Öligkeit und in der Aromenkomplexität.

 

Aus welchen unterschiedlichen Manufakturen sie kommen, war diesmal die Hausaufgabe an alle Teilnehmer.  

 

 

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