06.05.2009 Lesung: Matthias Keidtel und seine Grundfreude an skurrilen Persönlichkeiten weiter lesen

Die Lesungen von Matthias Keidtel bei uns sind schon Tradition.

 

Aus seinem ersten Roman „Abgetaucht" zitierte er ebenso in unserer Casa del Habano wie aus den ersten Kapiteln zu seiner Holm-Trilogie, noch bevor das erste Buch davon erschienen war. Vor zwei Monaten kam sein zweiter Holm-Roman „Das Leben geht weiter" auf den Markt. Die letzte Station seiner Lese-Tournee führte den Schriftsteller, den das Magazin TIP als „Woody Allen aus der Gropiusstadt" feiert, am 6. Mai zu uns in den Hafen.

 

Ein Abend, den Matthias Keidtel besonders genoss: Vielen Zuhörern gefiel der neue Roman so gut, dass sie gleich eines der Bücher kauften und signieren ließen. Vor allem aber: Es war für Keidtel die einzige der 23 Lesungen zu seinem aktuellen Buch, bei der er rauchen konnte. Deshalb hatten wir dann auch einen besonderen Begleiter für die zwei Stunden voller skurriler Alltagsgeschichten ausgewählt: eine sechs Jahre alte Le Hoyo des Dieux von Hoyo de Monterrey aus dem 50er Cabinet. Doch bevor sich Matthias Keidtel an seinen Lesungs-Tisch setzte, hatte er Zeit für eine andere Zigarre, und wir hatten Gelegenheit, ihn beim Rauchen ein wenig auszufragen.

 

Was rauchen Sie gern, Herr Keidtel?

 

Im Moment eine Partagas D4, aber sonst am liebsten eine Bolivar Royal Corona. Eine Zigarre ist wie ein Mini-Lagerfeuer, wo die Leute drum herum sitzen und Geschichten erzählen. Bei mir geht es auch um Geschichten, und deshalb rauche ich auch bei der Arbeit zu Hause.

 

Raucht Ihre Romanfigur auch?

 

Ja, aber nur im ersten Roman „Ein Mann wie Holm". Da raucht und arbeitet er in einem Zigarrenladen... Kenner werden gewisse Ähnlichkeiten zwischen dem Inhaber des Ladens in den Geschichten und Maximilian Herzog feststellen. Kenner wissen ja auch, dass ich von April 1998 bis August 2000 in der Casa del Habano gearbeitet habe. Deshalb war dort vor elf Jahren auch meine erste Lesung.

 

Ihre Roman-Figur Holm ist arbeitslos, lebt mit 38 Jahren wieder bei der Mutter in seinem alten Kinderzimmer und hört Reinhard Mey. Wie sind Sie auf einen solchen Anti-Helden gekommen?

 

Ich habe eine Grundfreude an skurrilen Persönlichkeiten, und es steckt natürlich auch etwas von meinen eigenen Seltsamkeiten drin. Die Grundidee ist wie ein Trampolin: Beim Springen ergeben sich immer wieder neue Geschichten aus unserem Alltag. Daraus habe ich eine humorvolle Sicht auf den modernen Mann gemacht, von der nun mit „Das Leben geht weiter" der zweite von drei Romanen erschienen und bereits 6000 Mal verkauft ist.

 

Wie geht es weiter?

 

Der dritte Teil der Trilogie ist bereits fertig. Er wird „Schöne Grüße, Holm" heißen und im Februar 2010 in den Handel kommen. Ganz arbeitslos bin ich trotzdem nicht. Ich habe schon ein neues Buch im Kopf, für das ich mich bei einem der letzten Handgraveure im Geschäft an der Hauptstraße in Friedenau umsehe. Allein die Schaufenster scheinen, als wäre die Zeit dort in den 70ern stehen geblieben.

 

Herr Keidtel, dann werden wir ganz sicher auch in diesem Roman wieder einige Ähnlichkeiten mit uns bekannten Personen und Orten feststellen, denn:

 

Wir kennen das Geschäft längst.

 

Unsere Pokale für den Wettbewerb um die längste Zigarrenasche werden dort seit Jahren gefertigt. 

 

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